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Eine Weihnachtsgeschichte

Die Nacht würde kalt werden, kälter als alle zuvor. Meinten seine Knochen. Sie hatten viele Winter auf der Straße erlebt und irrten nie. Vor dem Carsch-Haus waren die Lichterketten erloschen. Fleißige Hände hatten die Bretterbuden abgebaut, die Wände auf Hänger verladen. Kein Glitzer, nur in den Schaufenstern leuchtete es noch. Heiligabend.

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Nach dem Sturm

Sturm hat einen eigentümlichen Klang. Zuerst sind es die Tiere, die verstummen. Die Vögel – eben noch in ihre Balzrituale vertieft – erstarren in Schweigen. Die Hunde, die sich im Hinterhof anknurrten und -bellten, wer nun Chef des Viertels ist, erklären einander jaulend den Waffenstillstand – vorübergehend versteht sich. Was bleibt, ist das Rauschen der Blätter. Wie ein ängstliches Flüstern von dem Ungewissen, das hinter dunklen Wolken heranrollt.